Der heutige Zoodirektor spricht über einen Belugawal, der im Duisburger Delfinarium in Gefangenschaft gehalten wurde, von einem "Clown, der den ganzen Laden unterhalten hat."
18.02.13 - Offener Brief an die Bürgermeister, Stadträte und Parteien in Duisburg ……
Dramatische Finanzsituation des Zoos in Duisburg
Sehr geehrte Damen und Herren,
wie sie wissen, hat der Zoo im Jahr 2012 einen Bilanzverlust von etwa 3,2 Millionen € vorzuweisen. Der Zoo benötigt einen zusätzlichen Zuschuss von einer weiteren Million €, was bisher im Haushaltsplan nicht berücksichtigt war.
Sicherlich sind Sie auch darüber informiert, dass der Zoo wegen seiner Haltung von Delfinen ein wachsendes Imageproblem hat. Die Besucherrückgänge der letzten Jahre sind nicht allein auf das schlechte Wetter zurückzuführen, sondern auch darauf, weil der überwiegende Teil der Bevölkerung in Deutschland und auch in den Nachbarländern die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft ablehnt.
Die Boykottaufrufe aus Tierschutzgründen gegenüber dem Zoo Duisburg ziehen immer weitere Kreise und eine bessere Finanzsituation ist sicherlich nicht in Sicht. RWE hat sich aus dem Sponsoring zurückgezogen, weil der Konzern u. a. auch nicht mehr mit dem Delfinarium in Verbindung gebracht werden wollte. Der Energiekonzern war selbst dabei, sein Image und viele seiner Kunden wegen der Unterstützung des Zoos und auch dem Delfinarium zu verlieren. Der Wegfall des separaten Eintrittspreises für das Delfinarium und der nun bestehende Zwang, dass alle Besucher das Delfinarium im Zoo mitunterstützen sollen, war ein enormer Fehler und wird die Besucherzahlen auch in 2013 drücken.
Sehr geehrte Damen und Herren,
früher waren Delfinarien in Deutschland für die Vergnügungsparks und Zoos eine Attraktion und ein Besuchermagnet. Die Zeiten haben sich geändert. Heute sind diese Anlagen verpönt und niemand in Deutschland würde sich noch getrauen, ein neues Delfinarium zu errichten. Sieben von neun Delfinarien haben in Deutschland mittlerweile geschlossen und die beiden letzten Anlagen in Nürnberg und auch in Ihrer Stadt haben keine Perspektive auf eine rosige Zukunft. Sie sind der Hauptgrund für Besucherrückgänge und für Finanzlöcher, die kaum aus dem laufenden Haushalt Ihrer Stadt gedeckt werden können, ohne immer noch mehr Schulden zu machen.
Ein "Immer Weiterso" und "Das Wetter wird schon mal wieder besser werden", wie aus Zookreisen immer wieder zu hören ist, kann man eher in den Bereich Wunschvorstellung ansiedeln und sollte keine Basis für ein seriöses tragfähiges wirtschaftliches Zukunftskonzept sein, für welches Sie als Vertreter Ihrer Stadt verantwortlich sind.
Wir möchten Sie bitten, ziehen Sie neben den vielen Tierschutzgründen, auch aus wirtschaftlichen Aspekten die Notbremse und sprechen Sie sich bei der nächsten Stadtratssitzung im März für die Zuchteinstellung der Delfine und der mittelfristigen Schließung des Delfinariums aus. Sie würden damit dem zunehmenden Imageschaden für Ihren Zoo, Ihrer Stadt und weiteren wirtschaftlichen Verlusten entgegentreten.
15.09.12 - Fadenscheinige und abstruse Argumente der Zoos und Tierpfleger zur Haltung von Delfinen
„Den Tieren geht’s gut, sie werden ständig medizinisch überprüft, alle Blutwerte sind in Ordnung.“ Dagegen spricht: Auch Menschen, deren Blutwerte in Ordnung sind, können Depressionen oder andere psychische Erkrankungen ausbilden. Auch Lustlosigkeit und Apathie sind Alarmzeichen.
„Unsere Tiere werden beschäftigt, damit es ihnen nicht langweilig wird.“ Dagegen spricht: Langeweile in freier Natur kennen die Tiere nicht, dort „spielen“ und „beschäftigen“ sie sich aus purer Lebensfreude.
„Wir kümmern uns liebevoll rund um die Uhr um unsere Tiere.“ Dagegen spricht: Sagt der Mensch. Aber er kann weder Mutter, Vater, Geschwister oder die sozialen Gefüge frei lebender Tiere ersetzen. Er ist nicht in der Lage, mit Delfinen in ihrer Sprache zu kommunizieren, er kann nur in seinem Sinn interpretieren. Denn dann würde er sicherlich genug über deren tatsächlichen Zustand erfahren. Der Mensch ist kein Delfin und kann auch diesen in seiner Fürsorge niemals ersetzen.
„Sie müssen nicht an Vorführungen teilnehmen, wenn sie nicht wollen.“ Dagegen spricht: Hier wird mit Futterdosierung gearbeitet, um die Tiere zu „motivieren“. Hungrige Delfine sind eher bereit, sich auf Clownerien einzulassen. Delfintrainer sagen, dass die Tiere immer ihre normale Grundversorgung erhalten. Aber zu Trainingszwecken wird diese deutlich reduziert, um einen Belohnungseffekt zu erreichen.
„Sie werden bei uns weitgehend artgerecht gehalten.“ Dagegen spricht: Künstliche Landschaften, mit künstlichen Farben und künstlichem Licht. Toter Fisch zur Fütterung, der auch noch mit Medikamenten angereichert werden muss. Kein Delfin kann ausschwimmen, kein Delfin lebt in großen Familienverbänden, wie sie in der Natur vorkommen. Das Echolot verkümmert, da es nicht benötigt wird.
„Unsere Haltung der Tiere dient auch dem Artenschutz.“ Dagegen spricht: Nie wurde auch nur ein Delfin ausgewildert oder ein Jungtier auf das Leben im freien Meer vorbereitet. Denn dann ließe sich mit diesen Tieren kein Geld verdienen. Sie werden im Beton geboren und sterben auch in ihm, ohne jemals das offene Meer erlebt zu haben.
„Wir haben einen Bildungsauftrag“ Dagegen spricht: Es gibt keine offiziellen Konzepte dazu. Auf Anfrage werden angegeblich doch vorhandene Konzepte nicht ausgegeben. Warum wohl? Herkömmliche pädagogische Konzepte werden überall sonst öffentlich gemacht, weil sie auch Werbung für die Sinnhaftigkeit der Arbeit bedeuten. Kindern werden in diesem Rahmen falsche Informationen vermittelt: Delfine sind lustig, sie spritzen mit Wasser, machen Kunststücke und können sogar Boote ziehen. Kinder wissen nichts über das wahre Leben der Tiere im Meer. Denn würden sie es wissen, wären sicherlich einige unter ihnen, die auf eine Bootsfahrt verzichten würden. Man sollte selbst Kinder nicht für dumm verkaufen.
„Diese Tierschützer haben keine Ahnung, wovon sie reden.“ Dagegen spricht: Es gibt genügend belegbare Argumente, die gegen eine Haltung von Delfinen sprechen, Fotos traumatisierter und gelangweilter Tiere, Videos mit gleichem Inhalt, Videos, die auch Gefahren für Kinder belegen, medizinische Unterlagen, Aussagen von renommierten Wissenschaftlern, wie Lori Marino et al., Aussagen ehemaliger Delfintrainer, die die Arbeit mit den Tieren hautnah erlebt haben.
„Die Delfinhaltung ist erfolgreich, wir sind mittlerweile von Importen unabhängig.“ Dagegen spricht: Die immense Liste an Krankheiten und an psychischem Stress verstorbener Tiere ist endlos. Tote Tiere werden durch Zukauf neuer Tiere aus anderen Zoos ersetzt, oftmals findet dies inoffiziell statt. Der Zuschauer erkennt den Unterschied oft nicht und die Zoos sind Meister im Täuschen.
„Wir haben nichts zu verbergen!“ Dagegen spricht: Zoos müssen erst verklagt werden, um an Informationen (Zuchtbücher) zu gelangen, die die Wahrheit der Haltung ans Tageslicht bringen. Nach dem UIG (Umweltinformationsgesetzt) hat jeder Interessierte das Recht, solche Informationen zu erhalten. Jahrelanges Tauziehen zwischen Wal- und Delfinschutzorganisationen führten zu keinem Ergebnis. Es wurden zwar gezielte Teilinformationen, mit geschwärzten Passagen freigegeben, aber die wirklich wichtigen Interna der Zoos wurden zurückbehalten. Warum wohl?
„Die Tiere müssen bei uns nicht einmal selbst jagen und haben auch keine natürlichen Feinde. Das sollten die Tierschützer auch mal anerkennen!“ Dagegen spricht: Muss ich zu diesem Unsinn einen Kommentar abgeben?
Mein FAZIT: Die Zoos haben keine Argumente. Sie müssen so argumentieren, weil sie sonst scheinbar finanzielle Verluste hinnehmen würden. Es geht aber auch anderes in der finanziellen Denkweise, hier an zwei aktuellen Beispielen: Münster schließt, weil die Kosten für einen größeren Umbau, der nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen auch keine deutliche Verbesserung bringen würde, nicht mehr tragbar sind. Münster wird ein neues Konzept erarbeiten und damit die finanzielle Lücke wieder schließen. Das Connyland schließt seine Delfin-Show, weil der Druck der Öffentlichkeit zu groß wurde. Ein Konzept für die Delfinanlage liegt bereits vor, mit dem sich sicher noch mehr Kohle machen lässt, als mit gequälten Tieren.
21.07.12 - Unglaubwürdig! Der Zoo in Duisburg, welcher selbst ein Delfinarium unterhält, sammelte Unterschriften gegen die blutigen Delfin-Treibjagden in Japan. Lukrativ sind die Delfintreibjagden in Japan nur, weil die Delfinarien-Industrie von dort gefangene und antrainierte Delfine für sechsstellige Euro-Beträge aufkauft.
Selbst der Zoo in Duisburg hat von der Erföffnung seines Delfinariums vor ca. 40 Jahren bis heute wildgefangene Delfine in seinem Bestand. Sie stammen vermutlich nicht aus Japan, aber jeder Wildfang bedroht die freilebenden Delfin-Populationen im Meer. Im Zoo in Duisburg starben schon viele Delfine und gar Beluga-Wale. Zum Erhalt der Delfinarten trägt der Zoo nicht bei, denn noch nie wurde ein Delfin wieder in die freie Wildbahn zurückgebracht.
Die Übergabe der Unterschriften an die IWC ist wie ein Wurf der Petition in den Mülleimer. Die IWC kümmert sich nicht um die Delfintreibjagden in Japan. Die Übergabe der Unterschriften an die japanische Botschaft, an die japanische Regierung und an den Weltzooberband WAZA hätte da schon mehr Sinn gemacht.
Wenn der Zoo Duisburg den Schutz für Delfine ernst meinen und nehmen würde, dann muss er sein Delfinarium schließen. Alles andere ist unglaubwürdig und scheinheilig!
03.11.11 - Zeitungen berichten über die WDSF/ProWal-Klage gegen den Zoo der Stadt Duisburg wg. der Delfinhaltungsbedingungen. Die Stellungnahmen des Zoos zeigen ihre Hilflosigkeit. Wir werden die Klage gewinnen und nach Münster auch die beiden letzten Delfinarien in Duisburg und Nürnberg schließen:
01.11.11 - WDSF und ProWal haben dem zuständigen Bundesministerium, das mit der Überarbeitung des sog. Säugetiergutachtens (Haltungsregeln für Säugetiere) befasst ist, eine wissenschaftliche Stellungnahme von Dr. Christian Schulze (Ruhr-Universität Bochum) vorgelegt, die eine erforderliche Bahnenlänge von 850-900 m bei Delfinarien vorsieht. Jetzt wehrt sich der Verband Deutscher Zoodirektoren vehement gegen diese Forderung, welche das Aus für Delfinarien bedeuten würde. - http://www.schwaebische.de/journal/vermischtes/aus-aller-welt_artikel,-Zoodirektoren-treten-Tierschuetzern-entgegen-_arid,5155767.html
23.10.11 - Jürgen Ortmueller - Wdsf -Duisburger Zoo-Direktor Achim Winkler nimmt Todesrisiko bei Delfinnachzucht mit provozierter Massenzucht in Kauf
(WDSF - 23.10.2011) Nur noch zwei Delfine (Donna und Dolly) bestreiten z.Zt. aufgrund von drei aktuellen Delfingeburten die Shows im Duisburger Delfinarium. Delfinmutter Delphi und Delfinbaby Dörte (geb. 27.8.) müssen sich z.Zt. in der Haupthalle in einem kleinen Hinterbecken aufhalten. Das ursprüngliche kleine Quarantänebecken im nicht einsehbaren hinteren Bereich musste nochmals geteilt werden, um die Delfinbabys Diego, geb. am 20.8., mit Mutter Pepina, die ein Wildfang ist, und Darwin, geb. am 5.9., mit Mutter Daisy aufzunehmen (s. Film auf: http://www.youtube.com/watch?v=zyRh43nHo60 ).
Der Zoo Duisburg (Zoo-Direktor Achim Winkler) konnte sich 12 Monate auf die Delfin-Geburten vorbereiten und wusste genau, dass die Platzverhältnisse für nun neun Delfine kaum reichen. Aufgrund der bisherigen zahlreichen Todesfälle bei Delfingeburten wurde vermutlich davon ausgegangen, dass nicht alle drei Delfinbabys überleben. Dafür spricht auch, dass die Öffentlichkeit erst zum 17.10., also fast vier Wochen nach der Erstgeburt, vom Zoo-Direktor über die Geburten informiert wurde. Nun sind die Delfinmütter mit ihren Babys jeweils in viel zu kleine Betonbereiche eingepfercht, um sie vor dem Delfinbullen IVO zu schützen, der isoliert von ihnen gehalten werden muss. Bei der vorgesehenen Zusammenführung der Gruppe ist davon auszugehen, dass es zu Rangkämpfen kommt, da der Bulle IVO (ein ursprünglicher Wildfang) als "Platzhirsch" unter den Delfinen gilt. Das Sozialgefüge auseinander zu reißen, entspricht wiederum nicht den Haltungs-Richtlinien, die eine Integration der Delfinnachzuchten vorsieht. So wird mit einer provozierten Massenzucht das hohe Risiko von Todesfällen eingegangen. Die Geburtenraten von Delfinen, die weiterhin definitiv nicht nachhaltig sind, lassen sich durch Anti-Baby-Pillen steuern. In Duisburg wurde aber offenbar "auf Teufel komme raus" auf Kosten von weiteren Risiko-Todesfällen bei den Delfinbabys gezüchtet.
O-Ton Delfinpfleger Ulf Schönfeld in dem o.a. YouTube-Video nach den Delfingeburten: "Es ist nicht abhängig davon, wieviele Tiere man auf welchem Raum hält. Wenn sich die Tiere untereinander wirklich gut verstehen, kann man noch viel, viel mehr Delfine halten. Allerdings braucht man dann entsprechend viel Pflegepersonal, um sich um die Delfine zu kümmern. Aber neun Stück ist schon eine Hausnummer, die reicht uns eigentlich hier in Duisburg." Jürgen Ortmüller vom WDSF dazu: "Diese Aussage ist nach der Rechtsgrundlage der Delfinhaltung vollkommener Blödsinn und gibt Rückschluss auf die mangelhaften Berufskenntnisse eines Delfinpflegers. In der Haltungs-Richtlinie für Delfine heißt es, dass für jetzt neun erwachsene Große Tümmler mindestens eine Wasseroberfläche von 700 qm und für jedes weitere Tier zusätzlich 75 qm zur Verfügung stehen muss. Das Gesamtwasservolumen muss bei neun erwachsenen Delfinen mindestens 2.500 m3 betragen und für jedes weitere Tier 250 m3. Bei Nachzuchten hat die soziale Stabilität zwar Vorrang vor den Größenverhältnissen, allerdings nur solange bis die Delfinbabys unabhängig von ihren Müttern sind. Dann wird die Gruppe wieder auseinander gerissen werden, um die derzeitige Rechtsgrundlage zu erfüllen. Das ist ein Delfin-Karussell auf Kosten der sehr sozialen und familienverbundenen Meeressäuger mit hohem Todesrisiko."
04.10.2010 - In einem Beitrag von WELT-online heißt es: "Im Duisburger Zoo, der nach dem Ausstieg von Münster bald mit Nürnberg die letzten Delfinarien in Deutschland betreiben wird, gibt man sich zugeknöpft: „Zahlen zu toten Delfinbabys geben wir nicht raus“, sagte Jochen Reiter, wissenschaftlicher Leiter des Duisburger Zoos." Sie würden die Diskussion verzerren.
Das WDSF hat bisher ebenfalls vergeblich die Todeszahlen im Delfinarium vom Umweltamt Duisburg (Untere Aufsichtsbehörde für den Zoo) und vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV-Höhere Fachaufsichtsbehörde) angefordert. Auch die Intervention der Landesdatenschutzbeauftragten führte nicht zu einer Auskunft seitens des Zoos.
Das WDSF vermutet, dass die verschwiegenen Todeszahlen bei über 55 Delfinen liegen und Duisburg damit eine noch höhere Todesrate als der Tiergarten Nürnberg aufweist. Möglicherweise wurden in der Vergangenheit die verstorbenen Delfine einfach stillschweigend gegen neue Importe ausgetauscht, ohne dass die Besucher dies überhaupt bemerkt haben!
Vom WDSF recherchierte Todeszahlen, die der Zoo Duisburg nicht bestätigen will (das Delfinarium gibt es seit 1965). Vermutet werden allerdings weit über 55 Todesfälle (s.a. http://www.dauphinlibre.be/fresh.htm#KILLED)
Nixe, gestorben in 1969 nach 4 Jahren Gefangenschaft
Flip, gestorben in 1970 nach 5 Jahren Gefangenschaft
Flap, gestorben in 1979 nach 12 Jahren Gefangenschaft
Susy, gestorben in 1981 nach 14 Jahren Gefangenschaft
Gaucho, gestorben in 1982 nach 2 Jahren Gefangenschaft
Allua, gestorben in 1984 nach 15 Jahren Gefangenschaft
Hänschen, gestorben in 1985 nach 1 Jahr Gefangenschaft
Pepe, gestorbenin 1989 nach 9 Jahren Gefangenschaft
Dolly, gestorben in 1989 nach 17 Jahren Gefangenschaft
Max, gestorben in 1989 nach 11 Tagen Gefangenschaft
Kai, gestorben in 1990 nach 69 Tagen Gefangenschaft
Busso, gestorben in 1991 nach 7 Jahren Gefangenschaft
Nico, gestorben in 1992 nach 12 Jahren Gefangenschaft
Flapine, gestorben in 1994
Duphi, gestorben in 2000
Playboy, gestorben in 2000
Namenlos (Baby von Iris), gestorben in 2000 nach 33 Stunden
Iris, aus einem brutalen Wildfang ursprünglich für den Zoo Antwerpen, gestorben 2003 (s.a. Link oben)
Apure (Amazonas-Flussdelfin), gestorben in 2006
Der Duisburger Zoodirektor Achim Winkler: „Anfangs haben wir bei der Nachzucht viel falsch gemacht, hatten hohe Verlustraten“. Mittlerweile betrage die Überlebensquote 50 Prozent.
Zoodirektor Winkler weiter: "Natürlich sind in 44 Jahren Delfinhaltung in Duisburg Tiere verendet. Vor allem am Anfang unserer Zucht war die Verlustrate sehr hoch - aus Unkenntnis."
WDSF-Anm.: Es leben nur noch sieben von über 60 Delfinen im Duisburger Delfinarium. Das Delfinarium gibt es seit 1965.
Stellungnahme DIE LINKE zur Haltung von Delfinen in Gefangenschaft
wir freuen uns über die Oscar-Verleihung an den Film "Die Bucht", wodurch die Diskussion um den Schutz der Delfine wieder stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist.
Wale und Delfine sind hoch entwickelte, intelligente Lebewesen, die in komplexen sozialen Gefügen leben.
Die Delfine die es noch gibt, leben in Gruppen von 20 bis 100 Tieren zusammen. Sie legen zum Teil hunderte von Kilometern am Tag zurück und ernähren sich von Fischen, die sie jagen. Delphine sind zudem sehr verspielt. In Deutschland werden Kleinwale, überwiegend also Delfine, in Gefangenschaft gehalten oder zur Schau gestellt. Ihr Leben sieht deutlich anders aus: Zumeist in unstrukturierten, zu flachen und zu kleinen Betonbecken müssen sie Zuschauer mit ihren Kunststückchen begeistern. Als Belohnung gibt es toten Fisch. Allein oder in Kleinstgruppen ziehe sie ansonsten stupide im Kreis. Mit artgerechter Haltung hat dies alles überhaupt nichts zu tun. Eine Haltung dieser Tiere kann außerhalb ihres natürlichen Lebensraumes weder tier- noch artgerecht durchgeführt werden.
Eines der häufigsten Argumente für eine Haltung von Delfinen in Gefangenschaft ist ihr vermeidlicher Nutzen in der so genannten Delfintherapie. Ein Nutzen, der bis heute durch nichts wissenschaftlich belegt, dafür aber widerlegt werden konnte.
DIE LINKE macht sich stark für den Erhalt dieser Tiere in Freiheit und verurteilt deren Missbrauch als Belustigungsobjekt oder angebliches Therapiewunder.
DIE LINKE fordert neben dem Haltungsverbot von Delfinen in Gefangenschaft auch ein Verbot, wild lebende Delfine zu fangen. Die Entnahme von Delfinen aus der Natur stellt inzwischen eine ernst zu nehmende Gefahr für bestimmte Delfinpopulationen und einen nicht unwesentlichen Eingriff in die soziale Gemeinschaft der Tiere dar. Delfine aus kommerziellen oder angeblich therapeutischen Zwecken in Gefangenschaft zu halten, lehnt DIE LINKE als Tierquälerei ab.
In Münster überlegt, wie Sie sicherlich wissen, inzwischen schon der Zoodirektor Adler öffentlich das Delphinarium zu schließen. Eine Überlegung, die, wie wir finden, in die richtige Richtung geht. Allerdings ist in diesem Fall der Münsteraner Zoo - und insbesondere die privatrechtliche Betreibergesellschaft des Delphinariums - verpflichtet, die bestmögliche Versorgung für die Münsteraner Delfine zu leisten. Die Betreibergesellschaft hat über Jahre Gewinne erzielt, so dass die Kostenfragen keine Rolle spielen kann, wenn es um das Wohl der Tiere nach der Schließung des Delphinariums Münster geht.
Leider wird in Duisburg (noch) nicht über eine Schließung des Delphinariums diskutiert. Wir würden es daher begrüßen, wenn der Landtag einen Beschluss über ein Verbot der Walhaltung in NRW fassen würde. Sollten wir in Fraktionsstärke in den Landtag einziehen, werden wir jedenfalls in der kommenden Legislaturperiode eine entsprechende Gesetzesinitiative starten.
Die Diskussion, was mit den Tieren nach Schließung der Delphinarium in Münster und hoffentlich auch in Duisburg, muss geführt werden und hier muss auch das Expertenwissen von Tierschützern mit einbezogen werden.
Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz – Die Tierschutzpartei – und hier besonders der Landesverband Nordrhein-Westfalen unterstützt ausdrücklich Ihre (Anm.: ProWal) und die WDSF – Forderung nach sofortiger Schließung der Delfinarien in Münster und Duisburg. Die Haltung von Delfinen in kleinen Becken ist eine Tierquälerei und nur das Leben im Meer ist für diese intelligenten Säugetiere wirklich artgerecht. Tiere, die in Freiheit bis zu 300 Metern tief tauchen und bis zu 55 km pro Stunde schnell schwimmen, können nicht artgerecht in Gefangenschaft gehalten werden. Die Argumente des Duisburger Zoos dagegen sind kommerziell ausgerichtet und die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die angeblich aus der Beobachtung der Tiere gezogen werden sind nur vorgeschoben.
Unsere derzeitige Landesregierung unternimmt in dieser Hinsicht leider überhaupt nichts. Dieses Anliegen eignet sich ja auch nicht für den Wahlkampf.
Bitte kämpfen Sie weiter für die Rechte dieser Tiere, denn sie haben sonst keine Lobby und wir als Tierschutzpartei setzen uns für alle ein, die keine Lobby haben.
Tragische Todesfälle von Waltrainern, verendete Tiere in zu kleinen Becken - Viele Tierschützer bemängeln die Zustände in Delfinarien. Gehen Sie noch - obwohl Sie vom Leid der Tiere wissen - in Delfin- und Walshows?
92,76% - Nein. Solche Einrichtungen mit meinem Eintrittsgeld zu unterstützen, kann ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren.
3,27% - Ja. Was Tierschützer erzählen, ist Quatsch. Man kann Meeressäuger artgerecht halten. Die Tiere sind glücklich, und ich habe kein Problem solche Shows zu besuchen.
3,27% - Ich weiß zwar vom Leid der Tiere, dennoch sind Delfinarien für mich die einzige Möglichkeit lebendige Delfine zu sehen. Also gehe ich (mit meinen Kindern) in solche Shows.
0,70% - Wale und Delfine sind mir - ehrlich gesagt - total egal.
08.03.10 - Offener Brief an die Verantwortlichen der Stadt Duisburg
Bootsrennen mit Kindern im Duisburger Zoo-Delfinarium – Gefährdung für Kind und Delfine
Im SeaWorld in den USA gab es vor wenigen Tagen einen weiteren Todesfall einer Delfintrainerin, nach dem Unglück im Dezember im LoroPark auf Teneriffa, bei dem ein Delfintrainer getötet wurde. Der in Gefangenschaft lebende Orca, welcher zur Spezies der Delfine zählt, tötete in Florida zum dritten Mal einen Menschen. Angriffe auf Menschen sind von diesen Tieren in freier Wildbahn nicht dokumentiert.
Es ist hingegen längst bekannt, dass diese Tiere in Gefangenschaft durch das lethargische Leben in den tristen Betonbecken äußerst aggressiv werden können. Auch Übergriffe von Großen Tümmlern auf Menschen in Delfinarien sind bekannt und selbst ein Nürnberger Delfintrainer äußerte sich in einem Zeitungsinterview, dass die Delfine ihn schon ein paar Mal mehrere Meter hoch aus dem Wasser katapultiert hätten - wohlgemerkt einen erwachsenen Menschen. Oftmals wird ignoriert, dass Delfine Wildtiere sind und ihnen kein artgerechter Lebensraum geboten werden kann. Mit solchen temporär aggressiven Reaktionen muss gerechnet werden – auch in Duisburg!
In der jeweils 30minütigen Vorführung im RWE-Delfinarium in Duisburg treten ausgewählte Kinder jeweils mit den Delfinen in Kontakt. Die Kinder werden ohne eine Begleit- und Schutzperson in einem winzigen Boot von einem Delfin mit hoher Geschwindigkeit durch das Becken gezogen. Außerdem darf das betreffende Kind den Delfin zur Belohnung füttern – wenigstens hier im Beisein eines Tierpflegers.
Wir betrachten dies als grob fahrlässig und gefährlich und möchten Sie bitten, alles dafür zu tun, dass dies in Zukunft nicht mehr stattfindet. Sie sind politisch mitverantwortlich, was in dem kommunalen Delfinarium in Ihrer Stadt geschieht und Sie haben die Möglichkeit, dass dieses Show-Element unverzüglich und ersatzlos gestrichen wird, weil Verletzungen oder gar Todesfälle nicht auszuschließen sind.
Schützen Sie die Kinder und beenden Sie auch endlich die Delfinhaltung in Ihrer Stadt. Lassen Sie das defizitäre Delfinarium auslaufen und schließen Sie es mittelfristig. Stellen Sie die Zucht ein und nehmen Sie keine weiteren Tiere mehr auf. Duisburg ist mit der größte Massenfriedhof für Delfine und Wale in Deutschland. Handeln Sie endlich ethisch vertretbar und unterstützen Sie keine weitere Ausplünderung der Meere in Zukunft. Die Delfinhaltung ist zeitlich überholt und trägt nicht zum Schutz der Arten bei, da diese Tiere nicht mehr ausgewildert werden.
Herr Winkler, der Direktor des Zoos, ist in seinen öffentlichen Aussagen sehr widersprüchlich und verkauft die Öffentlichkeit für dumm: „Wir halten die Tiere nicht in Gefangenschaft, sondern in Menschenobhut.“
Weiter äußert er sich, „Wir sind froh, dass es in Deutschland keine kommerziellen Delfinshows mehr gibt.“ Nichts anderes findet aber im Duisburger Delfinarium statt! Der Bildungsauftrag ist vorgeschoben, denn während der 30minütigen Vorführung beläuft sich der verbale Vortrag über das Verhalten von Delfinen auf gerade mal 3 Minuten. Der Tierpfleger Roland Edler äußerte sich dazu, dass „die Leute das nicht hören wollen“. Ein Skandal!
Ohne wildgefangene Delfine käme kein Delfinarium und auch kein Zuchtprogramm aus, weil die Zucht insgesamt in Europa nicht nachhaltig ist. Deshalb ist die Äußerung von Herrn Winkler gerade zu grotesk, wenn er öffentlich fordert: „Gejagt wird nicht nur in Japan, sondern überall auf der Welt - und das muss gestoppt werden. Die internationale Walfangkommission muss endlich ein Jagdverbot für kleine Wale und Delfine verhängen.“
Gehen Sie einmal in sich und fragen Sie sich, warum die Stadt Duisburg die Offenlegung der Zuchtdaten scheut. Sie können versichert sein, kämen die gesamten Todes- und Krankheitsdaten und Antibiotika-Behandlungen an die Öffentlichkeit, nicht nur das Delfinarium, sondern auch der Zoo und das Image Ihrer gesamten Stadt hätte ein gewaltiges Imageproblem.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Morlok
Geschäftsführer ProWal
Offener Brief: in Kopie an alle Verantwortlichen der Stadt Duisburg und örtlichen Medien
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Projekt Walschutzaktionen (ProWal) Gemeinnützige Meeressäuger-Umweltschutzgesellschaft gUG (haftungsbeschränkt) – St-Nr.: 18158/02431 Amtsgericht Freiburg HR B 704171 Gesellschafter-Geschäftsführer: Andreas Morlok
01.12.09 -Delfinschützer bekommen Unterstützung der Landesdatenschutzbeauftragten gegen Stadt Duisburg
(Hagen – 01.12.09) Der Geschäftsführer des westfälischen „Wal- und Delfinschutz-Forum - WDSF“, Jürgen Ortmüller, spricht von einem Skandal beim Umweltamt der Stadt Duisburg und dem Zoo Duisburg. Bereits im Februar 2009 hatte Ortmüller eine Anfrage nach den Informations- und Umweltgesetzen bezüglich der Erfüllung der Haltungsbedingungen der Duisburger Delfine an das zuständige Umweltamt gerichtet. Bis heute wurden die gesetzlich fundierten Auskünfte nur bruchstückhaft von der Stadt Duisburg übermittelt. Ortmüller legte jetzt Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Oberbürgermeister und Mitarbeiter des Umweltamtes ein. Die Landesdatenschutzbeauftragte rügte das Umweltamt in scharfer Form für die Zurückhaltung von berechtigten Auskunftsansprüchen.
Nachdem die Stadt Duisburg dem Antragsteller Ortmüller erst nach Monaten völlig überholte Unterlagen mit den Tierbeständen des Delfinariums aus dem Jahr 1999 übermittelt hatte und dabei wesentliche Angaben geschwärzt wurden, ging der WDSF-Chef auf die Barrikaden und schaltete die zuständigen Datenschützer in der Landeshauptstadt ein. Die Düsseldorfer Behörde bemängelte vorab die mehrmonatige Bearbeitungszeit der Duisburger, zumal das Gesetz eine maximale Frist von zwei Monaten vorsieht. Ebenso wurden die umfangreichen Schwärzungen der Unterlagen kritisiert. Aber selbst nach Aufforderung durch das Aufsichtsamt ergänzte das Umweltamt seine spärlichen Auskünfte nicht.
Für die nach Ansicht der Datenschutzbehörde offenbar unberechtigten Schwärzungen stellte die Stadt Duisburg dem Antragsteller Ortmüller dann auch noch 240 Euro und für Kopien 3,30 Euro in Rechnung. Das war selbst der Landesdatenschutzbeauftragten zu viel. In einem Schreiben vom 25.11.2009 rügt sie die Gebührenpolitik des Umweltamtes und spricht von „abschreckender Wirkung“ für Auskunftsberechtigte, zumal die Duisburger Behörde für weitere Auskünfte des gleichen Sachverhalts weitere Gebühren angekündigt hatte. Weiterhin wird bemängelt, dass dem Delfinschützer des WDSF antragsgemäß der aktuelle Tierbestand und die vollständige Betriebsbeschreibung nach immerhin neun Monaten immer noch nicht übermittelt wurden.
WDSF-Geschäftsführer Ortmüller: „Wir vermuten, dass bei den Genehmigungsverfahren der Stadt Duisburg für das Delfinarium im Zoo geschludert wurde. Aus der bis 31.12.2009 befristeten Betriebsgenehmigung für den Zoo ergibt sich eindeutig, dass der Zoo jährlich bis spätestens 31.03. dem Umweltamt einen Bericht über die Einhaltung der gesetzlichen Auflagen vorlegen muss. Dies ist offenbar gar nicht geschehen, zumal mir die Stadt am 3.6.09 in einem Schreiben mitgeteilt hat, dass „insoweit keine Informationen vorhanden“ seien. Das Wal- und Delfinschutz-Forum fordert daher, dem Zoo mit dem Delfinarium keine weitere Betriebsgenehmigung zu erteilen.“
Die Wal- und Delfinschützer hatten bereits im Juli vor dem Duisburger Zoo gegen die nicht artgerechte Haltung der Duisburger Delfine protestiert und eine Schließung des Delfinariums gefordert. Insbesondere nach dem Kinofilm „Die Bucht“, der als Oskar-nominierter Öko-Thriller die grausame japanische Delfintreibjagd dokumentiert und die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft kritisiert, scheint es ein Umdenken in der Bevölkerung zu geben. Nach Angaben der Tierschützer wollen viele Besucher nur noch den Zoo besuchen, aber das Delfinarium meiden.—
Jürgen Ortmüller WDSF-Geschäftsführer Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF)* Meeressäuger-Umweltschutzorganisation gUG (haftungsbeschränkt) - gemeinnützig Möllerstr. 19, 58119 Hagen e-mail: wds-forum@t-online.de http://www.wdsf.de *Jürgen Ortmüller Gesellschafter-Geschäftsführer u. Gründer WDSF - HR B 8068 - Amtsgericht Hagen
Die vorgegaukelte Wissenschaft ist fadenscheinig. Die mageren Ergebnisse sind auf freilebende Delfine und Populationen nicht übertragbar.
Die Japaner schreiben auf ihre Walfangboote auch „Wissenschaft“.
Herr Winkler, Sie verurteilen Vergnügungsparks? Die Delfinarien in Zoos sind auch nicht anders. Die Delfine aus dem im Jahr 2008 geschlossenen Delfinariums des Vergnügungsparks in Soltau wurden in das „wissenschaftlich“ geführte Delfinarium nach Nürnberg verbracht und dort wird die gleiche Show fortgesetzt.
Nicht nur früher wurden in Ihrem Zoo Fehler gemacht, wie z.B. das Fangen und Einpferchen von Beluga-Walen. Einem Tier hat man gar die Zähne abgeschliffen, weil es sich in den kleinen Becken mit anderen Tieren nicht vertrug.
Man zeigt während der Shows, wie Delfine über Stangen springen können und gaukelt den Besuchern vor, das machen Delfine gerne, um natürliche Hindernisse, wie Netze im Meer, zu überwinden. Delfine machen dies nicht gerne und sie fürchten sich davor. Delfine springen nicht einmal über die nicht allzu hohen Netze in Japan, wenn man sie einkreist und danach abschlachtet. Sie könnten dieses Hindernis leicht überwinden, aber es entspricht nicht ihrer Natur.
Herr Winkler, wickeln Sie das Delfinarium ab. Stellen Sie die Zucht ein und nehmen Sie keine weiteren Tiere mehr auf. Nach 44 Jahren haben Sie keine nachhaltige Zucht zustande gebracht. Kein einziger Delfin lebt in 3. Generation.
Warum erwähnen Sie nicht, dass sie noch einen Wildfang in Gefangenschaft halten? Ein einzelner Amazonas-Delfin zieht in einem winzigen Becken einsam seine Kreise. Ist das artgerecht?
Warum sagen Sie nicht, wie viele Delfine und Wale schon in ihrem Zoo in welchem Alter gestorben sind? Warum verbergen Sie Ihre Zuchtbücher und veröffentlichen diese nicht?
Ganz einfach, wenn Sie das tun und das wissen Sie ganz genau, wird niemand mehr Ihre absurden Shows, in der diese intelligenten Delfine zu Clowns degradiert wurden, mehr ansehen!
Ihr Delfinarium trägt zum weltweiten Boom und Nachfrage nach Delfin-Shows bei.
(Duisburg/Hagen/Radolfzell – 22.07.2009) - Im Rahmen einer bundesweiten Aufklärungskampagne demonstrierten am Sonntag vor dem Duisburger Zoo das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) aus Hagen und ProWal aus Radolfzell gegen die Delfinhaltung in den Delfinarien und am Samstag in Münster. Große Banner waren gespannt und es wurden Flyer und Luftballons mit dem Motto „Zoo ohne Delfine“ verteilt. Der Ex-Fernseh-Trainer von Flipper, Richard O'Barry, der z.Zt. aufgrund des erfolgreichen Kinofilms "The Cove" auf Promotiontour in den USA und Australien unterwegs ist, unterstützt die deutsche Kampagne der Delfinschützer als Mitbegründer des WDSF. Nach Aussage der Kundgebungs-Initiatoren von WDSF und ProWal erfüllt eine Haltung der sensiblen Tiere in den relativ kleinen Betonbecken niemals die biologischen Grundbedürfnisse der intelligenten Meeressäuger. Die Delfinschützer verbuchten die Kundgebungen gegen die Delfinarien als Erfolg. WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: „Wir haben mit unseren Informationen über die grausamen Ursachen der Delfinhaltung in beiden Städten mehr als Tausend Besucher erreicht und freuen uns, dass die meisten davon auf unser Anraten die Delfinarien nicht mehr besuchen wollen. Das war auch der Sinn unserer Luftballon-Aktion, denn wir wollten natürlich nicht, dass unsere mit den Warnhinweisen versehenen Luftballons in die Delfinarium gelangen.“ Die Luftballons der Delfinschützer wurden den Kindern nach Betreten des Zoos in Duisburg von Zoo-Mitarbeitern jedoch wieder abgenommen – angeblich freiwillig. Stattdessen erhielten sie eigene Zoo-Ballons mit der Aufschrift „Zoo Duisburg“ und dem Delfinsymbol. Offenbar besuchten diese Kinder mit ihren Eltern doch das Delfinarium, denn im Delfinarium selbst schwebte mindestens einer dieser mit Gas gefüllten Luftballons des Zoos direkt unter dem hohen Dach über dem Delfinbecken in der Nähe der heißen Flutlichtstrahler. Andreas Morlok von ProWal: „Diese zooeigenen Gummiballons im Delfinarium sind eine Todesgefahr für die Delfine. Das Gas entweicht innerhalb von 24 Stunden und die Ballons mit den Plastikbändern fallen dann in das Delfinbecken, wo sich zwei unerfahrene Jungtiere und vier ausgewachsene Delfine jederzeit aufhalten können und die Ballons als Nahrung betrachten, zumal sie es gewohnt sind, gefüttert zu werden. Während die Besucher durch den Trainer recht dürftig über die biologischen Eigenschaften und die Gefahren durch Fischernetze in freier Wildbahn aufgeklärt werden, schwebte die Gefahr für die Delfine in Duisburg direkt über ihnen.“ Besucher dürfen bei Betreten des Delfinariums keine Speisen mit hinein nehmen, denn diese könnten eine Infektionsgefahr für die Delfine darstellen, wenn sie in das Becken gelangen. Die Zoo-Ballons wurden den Kindern allerdings belassen, denn man wollte ihnen offenbar nicht ein zweites Mal, wie am Haupteingang, den Ballon wieder wegnehmen. WDSF-Chef Ortmüller machte den Delfintrainer Roland Edler auf die Gefährlichkeit des schwebenden Gasluftballons aufmerksam und forderte die sofortige Sperrung des Beckens für die Delfine, um diese nicht zu gefährden. Edler hatte die Gefahr noch gar nicht erkannt, lehnte eine Sperrung ab und versprach, den Ballon, der unter dem rund 15 Meter hohen Hallendach schwebte, nach Feierabend zu entfernen. Tatsächlich sind bereits mehrfach, wie im Nürnberger Delfinarium, Delfine durch die Unvernunft von Zuschauern gestorben. In ihren Mägen entdeckte man bei der Autopsie z.B. Geldmünzen.
Am 19.07.09 führte das WDSF und ProWal eine Inspektion des Delfinariums im Duisburger Zoo durch. Zudem veranstalteten wir an diesem Tag eine Kundgebung vor dem Zoo, um die Besucher über die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft zu informieren.
Unsere Forderung ist eindeutig: die mittelfristige Schließung des Delfinariums in Duisburg.
Mehr als 20 Meeressäugetiere starben bereits, darunter Jacobita-Delfine, Große Tümmler und Weißwale (Belugas). Duisburgs Delfinarium existiert schon seit dem 24.07.1965. Obwohl einzelne Nachzuchten erfolgreich aufgezogen werden konnten, scheiterte die 44-jährige Zucht insgesamt. Es gibt weder in Duisburg, noch in ganz Europa einen Delfin, der in 3. Generation lebt. Die Zucht ist nicht nachhaltig und die Delfinarien sind auf weitere Wildfänge angewiesen. Jeder 2. Delfin in Europas Delfinarien ist ein Wildfang.
Am Zooeingang wird auf die Jungtiere hingewiesen. Sechs Große Tümmler und ein Amazonas-Flussdelfin werden hier in Gefangenschaft gehalten.
Profit auf Kosten der Tiere steht im Vordergrund.
Auch in Duisburg leben Wildfänge. Delfinarien tragen aktiv zur Gefährdung der wildlebenden Populationen bei!
Ric O`Barry, Ex TV-Trainer von "Flipper" und WDSF-Gründungsmitglied: "Delfinarien sind für Delfine die Hölle auf Erden!"
Mit Artenschutz haben Delfinarien aufgrund der laufenden Wildentnahmen nichts zu tun, auch wenn dies immer wieder von den Betreibern behauptet wird. Es ist nicht vorgesehen, Delfine im Meer auszuwildern. Solche Projekte sind aufwändig und kosten zudem viel Geld. Ein Zoo möchte verdienen und kein Geld ausgeben. Alle Delfine in Deutschlands Delfinarien bleiben bis zu ihrem Lebensende in Gefangenschaft.
Eine Statistik der verstorbenen Meeressäuger verschweigt der Zoo ganz bewusst. Eigenhändig fing ein ehemaliger Duisburger Zoo-Direktor (Dr. Wolfang Gewalt) Beluga-Wale in Kanada und pferchte diese Tiere in die damals noch kleineren Betonbecken. Nachdem mehrere Weißwale starben und diese sich in Gefangenschaft natürlich nicht fortpflanzten, wurde die öffentliche Kritik immer lauter. 2004 wurde die Haltung aufgegeben und die Tiere nach San Diego verbracht. Weißwale sind heute vom Aussterben bedroht und Zoos haben daran eine direkte Mitschuld.
RWE unterstützt den Zoo fünf Jahre lang mit jährlich einer Million €.
Jürgen Ortmüller - WDSF-Geschäftsführer: "Wir sind nicht grundsätzlich gegen Zoos. Durchaus kann ein Zoo auch im Bereich Artenschutz sinnvolle Aufgaben übernehmen und erfüllen. Jedoch sind manche Tierarten für die Zoohaltung nicht geeignet. Darunter zählen für uns Eisbären, Elefanten und eben Delfine. Auch aufgrund durch unsere massiven Interventionen wurde letztes Jahr das Delfinarium im Heidepark in Soltau geschlossen. Der Betreiber Merlin-Entertainment teilte uns mit: Das Unternehmen vertritt weiterhin den Standpunkt, dass derartige Einrichtungen den Tieren keinesfalls gerecht werden. Meeressäuger und Walartige sind in Gefangenschaft nicht artgerecht zu halten. Jeder Delfinarienbetreiber weiss das, dennoch hält man stur an diesen auf reinen Kommerz ausgerichteten Leuchtturmprojekten im Wettstreit mit anderen zoologischen Anlagen fest."
Die Zuschauer haben mehr Platz zur Verfügung als die Delfine.Kein künstlich geschaffener "Lebensraum" kann die freie Wildbahn ersetzen. In Delfinarien können Meeressäugetiere ihren natürlichen Grundbedürfnissen nicht nachkommen. Sie sind weder art- noch verhaltensgerecht.
Delfine werden zu Show-Clowns degradiert...
Dem gesetzlich vorgeschriebenen Bildungsauftrag wird kaum nachgekommen. Die Show hat Vorrang.
Wenigstens wurden die Hände des Jungen desinfiziert, bevor er die Delfine anfassen durfte. Im Nürnberger Delfinarium starben bereits mehrere Delfine durch Bakterien menschlichen Ursprungs!
....und was hat der Junge und das Publikum nun daraus gelernt?
Hier erfahren nun die Besucher, dass die Delfine sie auch nass spritzen können....
...was nicht jeder zahlende Gast sehr lustig fand!
In der etwa 30-minütigen Show wird erklärt, dass Delfine auch springen können. Gerade einmal etwa 3 Minuten lang wird darüber informiert, dass Delfine in der freien Wildbahn Gefahren, wie z.B. Netzen, ausgesetzt sind und man zeigt dem Publikum, wie die Delfine über ein Hindernis, in diesem Fall ein gespanntes Seil, springen können.
Dass aber eine tödliche Gefahr für die Delfine nicht weit draußen im Meer auf sie lauern kann, sondern direkt über ihren Köpfen hinwegschwebt, fiel nicht dem Zoopersonal auf, sondern uns.
Ein gasbefüllter Luftballon mit der Aufschrift "Zoo Duisburg" schwebte unter dem Hallendach direkt über den Becken, in dem sich auch zwei unerfahrene Jungtiere aufhalten.
Der Ballon kann durch die eingeschalteten heißen Flutlichtstrahler platzen und in das Becken fallen. Die Delfine könnten den Ballon schlucken. Eine tödliche Gefahr für die Delfine!
Umgehend informieren wir das Zoopersonal und fordern die Schließung der Becken, bis die Gefahr für die Delfine beseitigt wurde.
Man sichert uns zu, den Ballon nach der Show zu entfernen. Die Delfine wären angeblich darauf dressiert, dass sie in das Becken gelangte Gegenstände den Tiertrainern übergeben würden. Wir bezweifeln diese Aussage, denn bei unerfahrenen Jungtieren wird das sicher nicht immer der Fall sein. Ob sich immer ein Tiertrainer, auch in der Nacht, in der Anlage aufhält, ist auch nicht sehr wahrscheinlich. In Duisburg starben bereits Delfine, weil sie Plastikmüll gefressen hatten. Auch in Nürnberg starben Delfine durch Magen-Darmverschluss, weil unvernünftige Besucher Münzen in das Becken geworfen hatten.
Gesprächsbedarf beim Zoopersonal über unseren Hinweis....
Am Eingang des Delfinariums werden die Besucher gebeten, keine Speisen und Getränke mit in die Anlage zu nehmen. Diese werden den Besuchern am Eingangsbereich abgenommen. Nachvollziehbar, denn es besteht durchaus die Gefahr, dass diese in die Becken gelangen und sich die Tiere daran infizieren könnten. Luftballons haben in Delfinarien nichts zu suchen und hätten von den Zooangestellten nicht in das Delfinarium gelassen werden dürfen. Das ist mehr als fahrlässig!
Kein Einzelfall - Zooeigene Ballons im Duisburger Delfinarium!
Nach jedem "Kunststück" gibt es einen toten Fisch zur Belohnung. In freier Wildbahn würden Delfine niemals toten Fisch fressen.
Hier führt ein Delfin vor, wie er mit seiner Schwanzfluke einen aufgehängten Ball treffen kann.
Wozu die Tiere so hoch springen müssen, ist wohl jedem Besucher ein Rätsel. Show vom Anfang bis zum Ende steht auf dem Programm.
Dieser Große Tümmler scheint verletzt zu sein. Ob er durch die Sprünge verletzt oder ob dies durch Kämpfe verursacht wurde, lässt sich nicht sagen. Aufgrund der sensiblen Sozialstrukturen und den zu geringen Rückzugsmöglichkeiten sind Kämpfe bei den Delfinen untereinander nicht selten. In anderen Delfinarien gab es deswegen schon Todesfälle!
So viele Eindrücke regen zum Nachdenken an....überall propagiert man den Artenschutz und auf der anderen Seite beteiligt sich der Zoo selbst an der Ausplünderung der Natur.
Scheinheilig - auf diesem Schild steht: "Schildkrötenhandel - das schmutzige Geschäft". Anstatt Schildkrötenhandel könnte da auch Delfinhandel stehen.
In einer weiteren Anlage ist ein einzelner Amazonas-Flussdelfin untergebracht. Der letzte seiner Art im Duisburger Zoo, weil alle anderen gestorben sind. Stolz verweist der Zoo auf dieses Unikat in Europa. Auf was der Zoo eigentlich bei der Einzelhaltung von einem wildgefangenen Delfin stolz ist, erfährt man nicht.
Auch dieser Delfin wird niemals seine angestammte Heimat mehr erleben. Er wird zur Schau gestellt und einsam seine Kreise ziehen, bis er tot ist. Ein weiteres Beispiel dafür, dass dies überhaupt nichts mit Artenschutz zu tun hat. Nur die Schließungen der Delfinarien können einen wirklichen Beitrag zum Erhalt dieser Arten leisten.
Ein Teil unseres Engagements zur Schließung der Delfinarien, ist die Aufklärung der Bevölkerung über die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft. Vor dem Zoo informieren wir die Passanten über unsere Kampagne. Unsere Ballons, die wir ausschließlich außerhalb des Zoos verteilen, tragen unsere klare Forderung: "ZOO OHNE DELFINE".
Unsere Informations-Flyer wurden gerne angenommen.
Das Maskottchen des Zoos "Delfidu" war über unsere bei der Stadt angemeldete und genehmigte Aktion genauso wenig amüsiert, wie die Zooleitung, welche gar den anwesenden Medien eine Stellungnahme verweigerte!
Der Zoo reagierte auf unsere Ballonverteilung prompt und die Besucher, die unsere Ballons dabei hatten wurden gefragt, ob sie "richtige Ballons" vom Zoo haben möchten und unseren austauschen möchten. Aberwitzig so ein Verhalten. Uns störte das nicht sonderlich, denn es war von uns eh nicht vorgesehen, dass die Ballons unbedingt in den Zoo gelangten. Besucher, die den Zoo verließen und Passanten, die auf dieser Hauptstraße vorbeiliefen oder mit der S-Bahn weiterfuhren, trugen unsere Botschaft auf den Ballons mit sich. Kinder bekamen von uns eine handvoll unaufgeblasener Ballons mit auf den Nachhauseweg.
Damit unsere Ballons nicht in die Umwelt gelangen können, baten wir darum, diese an den Armgelenken oder am Kinderwagen zu befestigen.
Zudem hatten unsere Ballons Schlaufen zum Befestigen. Hätte der Zoo dies auch gemacht, dann wäre kein Ballon im Delfinarium unkontrolliert herumgeflogen.
Mit den Beamten gibt es, wie immer, keine Probleme. WDSF/ProWal-Kundgebungen und Aktionen werden immer mit friedlichen und gewaltfreien Mitteln durchgeführt.
So mancher Tierschützer aus Duisburg unterstützt unsere Aktion und hilft bei der Aufklärungskampagne mit....
Artgerecht ist nur das Meer!
"Tiere können sich nicht wehren, aber wir können ihnen helfen - Boykottiert Delfinarien!, ist auf dem Banner zu lesen.
Auch viele Zoobesucher sehen die Delfinhaltung als sehr bedenklich und auch ablehnend an und begrüßen es, dass man frei wählen kann, ob man den zusätzlichen Eintrittspreis in das Delfinarium bezahlt oder nicht. Im Münsteraner Zoo muss jeder für das Delfinarium mitbezahlen, auch wenn er da gar nicht reingehen möchte.
Ex-TV-Trainer von "Flipper" und WDSF-Gründungsmitglied Ric O`Barry: "Delfinarien - kein harmloses Vergnügen. In Japans Küstenregionen schlachtet man jedes Jahr an die 20 000 Delfine ab. Die schönsten und kräftigsten Tiere werden für viel Geld an Delfinarien verkauft. Mir liegt u.a. ein Kaufvertrag von zehn Großen Tümmlern vor, die für insgesamt 280 000 US-Dollar an ein Delfinarium in der Türkei verkauft wurden. Gäbe es weltweit keine Nachfrage mehr durch die Delfinarienindustrie nach wildgefangenen Delfinen, dann wäre der Massengenozid in Japan vorbei, denn der Verkauf des Delfinfleisches als Nahrungsmittel für Mensch und Tier wäre allein nicht lukrativ genug".
Erneut ein großes Medieninteresse ...
So läuft es richtig gut. Links ein Radiointerview, in der Mitte werden die Passanten über unsere Anliegen informiert und rechts im Hintergrund ein Interview mit einer Zeitung.
Aufklärungskampagne an jeder Kreuzung und jeder Straßenseite.....
Auch einige Aktivisten von der Tierrechtsinitiative Köln beteiligen sich an der Kundgebung. Sie fordern die generelle Schließung von zoologischen Anlagen. Weitere Infos unter: www.ti-koeln.de
Zufriedene Gesichter am Ende der Kundgebung. Vielen Dank an die fleissigen Mitstreiter für Euer Kommen und der tollen und vorbildlichen Mithilfe - auch ein Dank an dieser Stelle an die Unterstützer und Förderer!
Eine Schutzbehauptung und ein Märchen, welches keiner mehr glaubt!
Uns liegen erschütternde Informationen über die Todesfälle im Nürnberger Delfinarium vor. Neben vielen Totgeburten starben die Delfine unter anderem an Sepsis, Magengeschwüren, Fieber, eitrige Brustfellentzündungen, Leber-, und Nierenversagen, Probleme mit dem Herzmuskel, Gelbsucht, Virenerkrankung (menschlichen Ursprungs), Gastritis, Tuberkulose, Infektionen mit Bakterien (vermutlich aus der Karibik eingeschleppt), Hirnödem, Hautentzündung, Hautkrebs, Skelettmuskeldegeneration, Lungenentzündung, Ertrinken, Magen-, Darmentzündung (Nebenbefund: amerikanische Münzen im Magen), Schlag gegen den Kopf bei einem Kampf, halbseitige Lähmung, Gebärmutterriss, Infektionen im Mutterleib, Verhungern der Kälber, weil keine Aufnahme der Muttermilch und durch Unfälle (u. a. Sprung hinter die Sicherheitsabsperrung). Welche Krankheiten die Tiere während ihres Lebens haben, wird wohlwissentlich von allen Delfinarienbetreibern in Deutschland verschwiegen. Delfinen in Gefangenschaft geht es nicht gut und sie können mit Sicherheit nicht glücklich sein. Das sind eher die Betreiber der Anlagen, die Millionen durch die kommerzielle Ausbeutung der Tiere verdienen. Ethik, Moral, ehrlicher und effektiver Artenschutz und Generationengerechtigkeit scheinen Fremdworte für die Verantwortlichen zu sein.
Was können die Betreiber der Delfinarien tun, um die Delfinhaltung in Deutschland zu beenden?
Zuerst muss die Zucht eingestellt werden. Nach über 40 Jahren ist man zur Erkenntnis gekommen, dass die Zucht der Delfine nicht nachhaltig ist. Auch wenn es Verbesserungen bei der Haltung der Delfine gegeben hat, so reichen die bei weitem nicht aus. Früher gab es gar reine Badewannen in Zelten für Delfine. Die heutigen Anlagen in Deutschland sind alle viel zu klein. Delfine leben normalerweise in großen Familienverbänden, sogenannten Schulen und haben einen immensen Bewegungsdrang, den sie in den kleinen Becken niemals nachkommen können. Kein Delfinarium kann den natürlichen Lebensraum ersetzen. Das schlägt sich auf die Zuchterfolge aus. In Nürnberg starben beispielsweise alle Babys in den letzten elf Jahren. PETA spricht aufgrund der 35 toten Delfine im Nürnberger Tiergarten vom größten Tierfriedhof Deutschlands. Desweiteren sollten die Delfinarien keine Delfine mehr aufnehmen. Wir fordern auch die Deutsche Bundesregierung und die EU auf, ein ausnahmsloses Importverbot für Cetaceen zu beschließen. Zudem muss das Europäische Zuchtprogramm für Delfine eingestellt werden. Tiere, die transportfähig sind, sollte man in die viel größere Freiluftanlage nach Harderwijk/Holland transferieren. Älteren Tieren, denen dieser Transport nicht zuzumuten ist, sollte man das Gnadenbrot geben und somit diese Anlagen auslaufen lassen. Eine Auswilderung von Tieren, welche schon zu lange in Gefangenschaft leben und Nachzuchten ist zwar nicht unmöglich, aber sehr aufwändig und kostspielig und ist fast nicht realisierbar. Für wildgefangene Delfine, welche noch nicht zu lange in Gefangenschaft leben, könnte im Mittelmeer, z.B. in Griechenland, eine Art Auswilderungsstation errichtet werden. Eine von Menschen betreute halboffene Meeresbucht wäre realisierbar, um die Tiere wieder in ihren ursprünglichen Lebensraum zu gewöhnen. Die Kosten dafür müssten die Delfinarienbetreiber bezahlen, denn sie haben schließlich dieses Dilemma, in der sie sich befinden und beteiligen, selbst verursacht. Neu- und Ausbauten von Delfinarien, die Fortsetzung der Zucht und ein Weiterdrehen an dieser unsäglichen Todesspirale sind sicherlich der falsche Weg.
Was kann die Bevölkerung tun, damit es in Zukunft keine Delfinarien mehr gibt?
Das ist ganz einfach. Gar nicht mehr hingehen. Sind diese Anlagen nicht mehr lukrativ, dann Kosten sie nur Geld und werden geschlossen. Es gibt heute genügend Alternativen, um sich über Delfine zu informieren. In jedem Kinderbuch erfährt man mehr über diese faszinierenden Tiere, als was man in einem Delfinarium erzählt bekommt. Durch die heutigen neuen Medien und interessanten Dokumentationen ist es nicht notwendig, die Delfinarienindustrie, die ganz eigene Interessen hat, zu unterstützen.
Das WDSF und ProWal sind sich einig.
Unser auf vielen Ebenen geführtes Engagement führen wir solange weiter, bis auch die letzten drei von ehemals neun Delfinarien in Deutschland ihre Pforten geschlossen haben.
Radolfzell – 11.05.09 – Tierschützer aus weiten Teilen Deutschlands sind empört. Grund ist ein für Dienstag angekündigtes Konzert im Delfinarium des Duisburger Zoos. Der Auftritt der Philharmoniker soll der Höhepunkt der Feierlichkeiten des Duisburger Zoos darstellen, der in dieser Woche seinen 75. Geburtstag feiert. Delfinariengegner kritisieren dieses Konzert als unnötige Lärmbelästigung und damit als Tierquälerei. Delfin- und Walschützer Andreas Morlok (43), der sich zunehmend erfolgreich mit der Unterstützung des Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) aus Hagen und mehr als 200 Tierschutzvereinen für die Schließung der Delfinarien in Deutschland einsetzt, findet deutliche Worte: „Dieses geplante Konzert ist für die hochsensiblen Tiere, die in diesen winzigen Betonbecken ohnehin nicht artgerecht gehalten werden, eine vermeidbare Belastung. Der erzeugte Schall, welcher im Wasser sehr gut weitergeleitet wird, reflektiert von den Betonwänden und verursacht chaotische Interferenzen. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass man den Delfinen unerträgliche Schmerzen zufügt. Die erlaubten Höchstwerte für Lärm werden mit Sicherheit weit überschritten. Die sechs Großen Tümmler, davon sind zwei Jungtiere, werden den Eindruck haben, sie schwimmen neben einer Flugzeugturbine.
Dies ist eine weitere Bestätigung dafür, dass dem Betreiber das Wohl der Tiere offensichtlich egal ist. Da wir bleibende Schäden für die Delfine befürchten, haben wir das Veterinäramt der Stadt Duisburg aufgefordert, unverzüglich einzuschreiten und dieses Konzert innerhalb des Delfinariums zu untersagen. Wir prüfen auch eine Anzeige gegenüber den Betreibern, denn das Zufügen vermeidbarer Leiden erfüllt nach unserer Ansicht den Tatbestand der Tierquälerei gemäß § 2 Bundestierschutzgesetz."
Morlok kündigt zudem an, seine Aktivitäten zur Schließung der Delfinarien in Deutschland zu intensivieren und im Sommer für mehrere Aktionen ein Anti-Delfinarien-Camp in Nordrhein-Westfalen zu errichten. "Auf Kosten von Tieren zu feiern, ist moralisch und ethisch nicht akzeptabel. Wer "Flipper" wirklich liebt, der sollte solche Anlagen meiden," so der Aktivist aus Süddeutschland. – Ende.
16.12.08 - DIE LINKE. NRW-Ökologische Plattform NRW für Schließung der Delfinarien
Die Ökologische Plattform NRW bei DIE LINKE. setzt sich für die Schließung der beiden Delfinarien in Nordrhein-Westfalen, Duisburg und Münster, ein. „Delfine gehören ins Meer und nicht in größere Badewannen“, macht Ralf Henrichs vom Vorstand der Ökologischen Plattform NRW den Standpunkt deutlich.
Neben Fischerei, Unterwasserlärm, Lebensraumzerstörung und Umweltverschmutzung, machen den Delfinen auch die Wildfänge für Delfinarien zu schaffen. Inzwischen sind viele Delfinpopulationen vom Aussterben bedroht. Der Direktor des Nürnberger Zoos, Dag Encke, wies kürzlich darauf hin, dass jeder zweite Delfin in dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) ein Wildfang ist. Und das, obwohl Nachzüchtungen unter nicht artgerechten Haltungsbedingungen in Delfinarien nur selten erfolgreich sind.
In Gruppen von bis zu hundert Tieren, schwimmen Delfine täglich bis zu 150 Kilometer und tauchen bis zu 300 Meter tief. Weder entspricht es dem Sozialverhalten, noch dem natürlichen Bewegungsbedürfnis großer Tümmler, sie in kleinen Becken wie in Münster zu halten. Als besonders tierquälerisch kann hierbei die Einzelhaltung des Sotalia Paco angesehen werden.
Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen hat nun auf Initiative des internationalen Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) dem Delfinarium in Münster strengere Auflagen zur Delfinhaltung erteilt. Das Landesamt stellte fest, dass die Haltungsbedingungen nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Grundlage für die Beurteilung der Delfinhaltung ist das Säugetiergutachten von 1996. Darin sind die Mindestanforderungen an die Haltung von Wildtieren in Zoos beschrieben. „Dieses Gutachten“, so die tierschutzpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE., Eva Bulling-Schröter, „ist veraltet und hat mit Tierschutz, geschweige denn Wildtierschutz, nach heutiger Auffassung nichts zu tun.“ Nach Einschätzung zahlreicher ExpertInnen enthält dieses Gutachten jedoch nur unzureichende Minimalanforderungen an die Tierhaltung und vernachlässigt neueste wissenschaftliche Erkenntnisse. Das sieht auch die Ökologische Plattform NRW so. Die Bewertung der Haltungsbedingungen im Zoo Münster auf Grundlage des Säugetiergutachtens, macht die Diskrepanz zwischen tatsächlichem und politischem Tierschutz deutlich.
Die Ökologische Plattform NRW unterstützt die Position der mehr als 200 anderen Tierschutzorganisationen, sich für die Schließung der deutschen Delfinarien einzusetzen. Importe von Delfinen aus Wildfängen nach Deutschland müssen verboten werden. Eine EU weite Regelung sowohl für ein vollkommenes Wildfangverbot als auch für ein Verbot jeglicher Haltung von Delfinen muss angestrebt werden. Die Ökologische Plattform NRW fordert noch vor der nächsten Bundstagswahl die Erstellung und Verabschiedung eines neuen Säugetiergutachtens.
Das Essener Energieversorgungsunternehmen RWE AG sponsert nun jedes Jahr 1 Mio € für das marode System des Duisburger Zoos, in dem das Delfinarium untergebracht ist! Das größte deutsche Energieunternehmen ist stolz auf die neue Namensgebung „RWE-Delfinarium“, in dem schon so viele Delfine und sogar auch Wale (Belugas) für rein kommerzielle Zwecke ausgebeutet wurden!
WDSF: RWE beteiligt sich an Delfin-Quälerei – Anbieterwechsel empfohlen
Das Energieunternehmen RWE steht jetzt nicht nur wegen vermutlicher Preisabsprachen zu Lasten der Gaskunden in der öffentlichen Kritik. Die aktuelle Umbenennung des Duisburger Delfinariums in „RWE-Delfinarium“ und die zugesagte RWE–Finanzspritze für den Zoo-Bereich lässt bei Tierschützern die Wogen hoch schlagen.
Das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) im westfälischen Hagen mit dem ehemaligen TV-Trainer von „Flipper“ Richard O’Barry (Florida) und dem Wal- und Delfinschutz-Experten Jürgen Ortmüller greifen die RWE scharf an: „Die Herrschaften im RWE-Vorstand meinen wohl, sie könnten sich alles erlauben. Das Kartellamt wird jetzt intensiv prüfen, ob die Energie-Unternehmen ihre Kunden massenhaft betrogen haben. Um die Bevölkerung einzulullen, unterstützt die RWE Rhein-Ruhr den Zoo Duisburg und das dortige Delfinarium für die nächsten Jahre vermutlich mit Millionen, die den Kunden möglicherweise mehrfach aus der Tasche gezogen wurden. Die Delfinhaltung in den kleinen Betonbecken ist Tierquälerei und die RWE beteiligt sich daran. Die Tiere können sich aufgrund der permanenten Resonanzen von den Wänden der Mini-Becken mit ihrem Sonar nicht mehr verständigen – genauso wie wir verstummen, wenn uns ein Düsenflugzeug überfliegt. Die Delfin-Babys werden Zeit ihres Lebens Analphabeten bleiben und Verhaltensstörungen erleiden.“
Die Delfinschützer setzen sich bereits seit Jahren für eine Schließung der Delfinarien ein. Offenbar erfolgreich: von ursprünglich neun sind inzwischen fünf Delfinarien in Deutschland wieder geschlossen. Der ehemalige TV-Trainer O‘Barry, dessen Fernseh-Delfin 1970 in seinen Armen starb, will noch in diesem Frühjahr zusammen mit dem WDSF-Vorsitzenden Ortmüller die Delfinarien in Duisburg und Münster besuchen, um demonstrativ auf die Tierquälerei aufmerksam zu machen.
Allerdings soll auch das Gespräch mit der Zoo-Leitung gesucht werden. „Nur ein ernsthafter Dialog führt zu einem möglichen Erfolg. Wir können aber auch sehr aktiv werden, wenn es sein muss. Die Delfine brauchen uns und sind uns am wichtigsten. Die Energiekunden der RWE sollten ernsthaft über einen Anbieterwechsel nachdenken,“ so Ortmüller.